PRESSEMITTEILUNG VOM 13-06-2012 (DE)
Der Europäische Sehforschungspreis 2012 für besonders herausragende Beiträge im Bereich der Sehforschung, der in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben wird, geht an Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel. Der renommierte Sehforschungspreis wird am 11. Oktober 2012 im Rahmen der EVER Konferenz in Nizza überreicht werden.
Prof. Schaeffel ist stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen, sowie Leiter der am Forschungsinstitut für Augenheilkunde ansässigen Sektion für Neurobiologie des Auges.
Er erhält den Europäischen Sehforschungspreis für langjährige herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Kurzsichtigkeitsforschung. Es gibt wenige Forscher, die auf diesem Gebiet in den vergangenen 25 Jahren einen vergleichbaren Beitrag geleistet haben. Unter anderem hat seine 1988 erschienene Veröffentlichung „Accommodation, refractive error and eye growth in chickens“, die im Bereich der Kurzsichtigkeitsforschung zu den am häufigsten zitierten Arbeiten zählt, einen Paradigmenwechsel im Verständnis der Regulation des Augenlängenwachstums hervorgerufen. In dieser Veröffentlichung wurde gezeigt, dass Defokussierung des Bildes auf der Netzhaut den natürlichen Reiz für die Feinsteuerung des Augenlängenwachstums darstellt. Damit wurde klar, dass die exakte Abstimmung der Augenlänge an die Lage seiner Brennebene (Emmetropisierung) ein aktiver regelkreisgesteuerter Prozess ist. Mit dieser Entdeckung wurde eine neue Forschungsrichtung eröffnet, die zu einem Boom in der Kurzsichtigkeitsforschung geführt hat. Daraus ergaben sich bisher bereits eine Anzahl von Hinweisen, wie man der Kurzsichtigkeitsentwicklung entgegenwirken kann. Seine experimentellen Zugänge umfassen ein breites Spektrum, das von Untersuchungen zur Optik des Auges über die Aufklärung von biochemischen Regulationskaskaden und der Aktivität der beteiligten Gene, bis zur Entwicklung von neuen Instrumenten zur Ermittlung der Refraktion und Akkommodation reicht. So hat Frank Schaeffel ein Gerät zur schnellen, automatischen Ermittlung der Fehlsichtigkeit bei Kindern aus einem Meter Entfernung entwickelt, der PowerRefractor, der inzwischen weltweit verbreitet ist, und hat Pionierarbeit zur Vermessung von Augen verschiedener Tiermodelle der Kurzsichtigkeit geleistet.

Weitere Informationen:
Artikel und Interview des Preisträgers (in englischer Sprache) unter: http://www.vision-research.eu/index.php?id=736

Quelle:

http://www.medizin.uni-tuebingen.de/uktmedia/Presse_Aktuell/PDF_Archiv/Au_+Europ%C3%A4ischer+Sehforschungspreis+2012.pdf

Weiter lässt sich nachweisen, dass 35 bis 45% der Jugendlichen als Kurzsichtige das Gymnasium verlassen.

(Quelle:1930 Graf von Wiser in „Vorbeugung und Heilung von Augenleiden„)

Die erste augenärztliche Untersuchung an Schülern fand 1845
an der Fürstenschule zu St. Afra in Meißen statt, die zu dieser Zeit eine
sehr angesehene höhere Lehranstalt war. Der Bezirks- und Schularzt
Dr. Meding befand, daß, trotz bester Lebensverhältnisse, von den 130
Schülern fast die Hälfte kurzsichtig war. Ähnliche Untersuchungen an
anderen Schulen erbrachten vergleichbare Resultate.
Erst die Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen an
wehrpflichtigen Männern brachten es mit sich, daß die These von der
Kurzsichtigkeit als ‚Bildungskrankheit‘, wie sie bis dahin von der Mehrheit
der Ärzte vertreten wurde, revidiert werden mußte. Als Beispiel
können unter anderem die Arbeiten des Kopenhagener Augenarztes
Dr. Tscherning gelten. Von 1880 bis 1881 untersuchte dieser 7.564
Wehrpflichtige aus der Stadt- und Landbevölkerung, und versuchte dabei,
einen möglichen Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und beruflich
ausgeübter Naharbeit zu überprüfen. Tscherning unterschied
zwar, wie die meisten seiner Kollegen, zwischen mehreren Myopieformen,
für die er bei verschiedenen Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen
eine spezifische Verteilung sah. Entscheidend war jedoch ein
grundsätzliches Ergebnis seiner Untersuchungen, nämlich, „daß die
Myopien über diese Grenze hinaus von Naharbeit ganz unabhängig und
über die gesamte Bevölkerung, ohne Rücksicht auf ihren Grad verteilt“
waren.
Ähnliche Ergebnisse erzielten die Militärärzte Dr. Veszely und
Dr. Hoor in Wien. Sie konnten 1887 anhand der Protokolle eines Garnisonsspitals
feststellen, daß von den 1.405 Militärpflichtigen, die von 1881-1886 untersucht worden waren, 233 „Ungebildete“, hingegen aber nur 130 „Gebildete“ hochgradig kurzsichtig waren. 470 Hoor untersuchte außerdem im Zeitraum von 1891-1895 in einem Garnisonshospital
in Budapest 183 kurzsichtige Wehrpflichtige aus verschiedenen Berufs- und Gesellschaftsklassen,
und stellte die höchsten Grade von Kurzsichtigkeit fast ausschließlich
bei Personen fest, die „zum größten Teil überhaupt keine Schule besucht hatten.“
Zitiert nach: Wingerath: Allmählicher Verlauf der Kurzsichtigkeitsbewegung

Quelle:

Susanne Buck
Der geschärfte Blick
Zur Geschichte der Brille und ihrer Verwendung
In Deutschland seit 1850
Inauguraldissertation
zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Philosophie
http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2002/0109/pdf/z2002-0109.pdf

Also schon 1845 war fast die Hälfte der Schüler einer höheren Lehranstalt kurzsichtig!

Die Häufigkeit der Myopie hat in den letzten Jahren in vielen
Ländern zugenommen und es liegen neuere Daten vor z.B. aus
den USA (Zunahme von 1972 – 2004 von 25 auf 41% [35]) sowie
aus Deutschland: Hier liegt der Anteil der kurzsichtigen
Bevölkerung bei 35% (Pfeiffer et al. ARVO 2011, #2506) bzw.
bei 41,3% [19].

Quelle:

Myopie-Update 2011 von F. Schaeffel

DOI http://dx.doi.org/10.1055/
s-0031-1281584
Online-Publikation: 27.7.2011
Klin Monatsbl Augenheilkd
2011; 228: 754–761 © Georg
Thieme Verlag KG Stuttgart ∙

Beginn der Kurzsichtigkeit häufig erst nach der Pubertät

Kurzsichtigkeit beginnt meist im Alter zwischen sechs und 14 Jahren, so dachte man bisher. Neue Studien aus Europa und Amerika zeigen jedoch, dass viele Normalsichtige erst nach dem Berufseintritt oder während des Studiums kurzsichtig werden. So kam eine norwegische Erhebung mit Studierenden zu dem Ergebnis, dass 54 Prozent ihre erste Sehhilfe erst mit etwa 18 Jahren bekommen, 39 Prozent sogar erst mit Anfang 20. Oft nimmt die Stärke der Kurzsichtigkeit im Laufe des Studiums weiter zu.

-> hier gefunden

Ich werde demnächst nach Studien dazu suchen.

 

Hier ist eine Studie mit etlichen Autoren, die ich noch genauer ansehen werde: klick

Aus der aktuellen DOZ (Deutsche Optikerzeitung):

Sehstress

Hampe vertritt die Ansicht, dass Sehen vom Säugling bis zum Greis erlernt werden muss, denn Sehen ist nicht nur Physik oder Psychologie.

Immer mehr Menschen leiden unter Fehlsichtigkeiten (besonders Kurzsichtigkeit), Sehstresssymptomen (Trockenen Augen) und ernsthaften Augenerkrankungen. Experten sehen hier einen engen Zusammenhang zwischen der täglichen Nutzung von modernen Kommunikationstechniken wie Computern und dem daraus resultierenden einseitigen Sehverhalten. Doch Kunden können auch selbst aktiv werden und mithilfe von gezielten, vom Augenoptiker oder Sehtrainer angeleiteten Übungen, etwas tun. Hampe: „Um Sehtraining gut verkaufen zu können, muss man zunächst selbst vom Sehtraining überzeugt sein.“

Brille und Sehtraining

Hampe vertritt die Ansicht, dass Vollkorrektion in Verbindung mit permanent erhöhter geistiger Konzentration und Aufmerksamkeit nicht immer den wirklichen Sehanforderungen entspräche.

weiterlesen

Auch Sportler machen es 😉

Neues Training für besseren Durchblick

Sowohl unter den Elite-Schiedsrichtern der Fußball-Bundesliga, wie auch bei Pokalsieger Werder Bremen und beim Meister VfL Wolfsburg gibt es bereits gesteigertes Interesse am Visualtraining. Allein: Der Aufwand ist nicht unerheblich. Bei einer optimalen visuellen Förderung sollte „ein Profi“, so Römer, „über vier Jahre begleitet werden, Lernerfolge stellen sich erfahrungsgemäß nach vier bis sechs Monaten ein.“ Sie empfiehlt jeden Tag eine Viertelstunde Augentraining und erklärt: „Sehen ist ein Gehirnverarbeitungsprozess und kein Muskeltraining. Das Gehirn muss lernen, die Steuerung der Augenmuskulatur zu optimieren. Das geht nur über wiederholtes Training.“

In den USA, erläutert Sehtrainer Sickenberger, gehören Sport-Optiker im professionellen Sport wie selbstverständlich zum Funktionsteam. Besonders im Golf sei das Sehtraining weit fortgeschritten. „Dort wird bewusst eine Runde mit einer getrübten Brille gespielt, die nur 80 Prozent Sehleistung bietet.“ Wissenschaftler registrierten prompt stark erhöhte Stresswerte. „Aber danach“, erfuhr Sickenberger, „sieht man die Welt mit ganz anderen Augen.“ Sickenberger hat bei den Golfern nach Absetzen der Brille neben besserer Sicht einen „emotionaler Schub“ ausgemacht………weiterlesen

 

auf FAZ.net gefunden

08.06.2010 ·  Visualtraining spielt in Deutschland bislang keine große Rolle, anders als in angelsächsischen Ländern. Die südafrikanische Spezialistin Sherylle Calder trainiert Rugbyspieler, Cricketer, Surfer und Rennfahrer – und will mit ihrem Programm endlich auch auf deutsche Trainingspläne………weiterlesen

 

Der Weg zum perfekten Sehen

30. Mai 2012

Jedes Jahr entscheiden sich mehr Menschen für eine Korrektur der Sehschärfe. Alles rund um den Eingriff.

Köln. So mancher Brillenträger empfindet beim Sport selbst das schönste Gestell als Handicap. Kontaktlinsen aber sind bei trockenen Augen oft tabu, und nicht jeder verträgt sie. Jährlich entscheiden sich deswegen 100 000 Deutsche für eine Korrektur ihrer Fehlsichtigkeit – Tendenz steigend……….weiterlesen

Dr. Maus ist eine Anlaufstelle für viele mit einer missglückten Laser-OP.

 

Wer mit dem Gedanken einer Laser-OP am Auge liebäugelt, sollte sich vorher darüber informieren, welche Komplikationen bei Betroffenen auftreten, obwohl die Ärzte von einer gelungenen OP sprechen -> Komplikationen

Im Augenlaser-Forum gibt es inzwischen unzählige Berichte und auch der ursprüngliche Initiator des Forums ist selbst von schlechtem Sehen nach einer Laser-OP betroffen.

Was ich am wichtigsten finde:

  • Die Brille wirklich oft NICHT tragen, bzw. ab -3,5/-4 dpt eine schwächere Brille tragen, wo es möglich ist.
  • So oft es geht, in die Ferne sehen. Weiter als 5-6m, weil das Auge da erst auf Ferne eingestellt ist.
  • Extremakkomodation: Immer wieder für einige Sekunden nah etwas ansehen (kurz vor der Nasenspitze) und dann etwas weiter weg ansehen. Immer im Wechsel.
  • Öfter mal Sachen, die weiter weg sind, umranden. Das kann auch zwischendrin der Monitor vom PC sein. Auf jeden Fall wichtig: Nicht immer auf die gleiche Stelle starren.
  • Am PC oder im Buch im leicht unscharfen Bereich lesen
  • Geh so oft wie möglich raus und scanne deine weitere Umgebung ab, als ob du durch den Sucher einer Kamera guckst
  • Eventuell für wenig Geld eine Rasterbrille besorgen und mehrmals täglich einige Zeit aufsetzen – soll laut Erfahrungen im Netz bei einigen Leuten etwas gebracht haben
  • Zur Entspannung Palmieren, also die (warmen) Handflächen vor die Augen halten, so dass alles dunkel ist – hilft auch zwischendurch bei gereizten Augen am PC. Dazu noch regelmäßig Blinzeln und Gähnen
  • Was man ansieht, auch bewusst ansehen und nicht nur gedankenverloren anstarren
  • Augenrollen: nach oben, unten, rechts, links und im Kreis